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Videobestand Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI)

Videobestand Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI)

Das gewerkschaftliche Videoschaffen beschränkte sich in den Pionier- und Experimentierjahren (1970er) auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung.Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte.

Identificateur principal
SozArch-F_9013
ID original
F_9013
Institution responsable
Schweizerisches Sozialarchiv
Titre original de l'archive
Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) - Syndicat industrie et bâtiment (SIB) - Sindacato dell'edilizia e dell'industria (SEI) [VIDEO]
Support
Video
Quantité
24 Kassetten
Période de création
1977-2003
Cote originale
Sozarch_F_9013
Langue
deutsch, französisch, italiano, schwiizertütsch
Contexte

Die Gewerkschaft Bau und Holz (GBH) war seit Mitte der 1980er Jahre die mitgliederstärkste Einzelgewerkschaft in der Schweiz.1992 erfolgte der Zusammenschluss der GBH mit der Gewerkschaft Textil, Chemie, Papier (GTCP) zur GBI (Gewerkschaft Bau und Industrie). 2004 fusionierte die GBI mit VHTL, SMUV und unia zur interprofessionellen Gewerkschaft Unia. Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Der Bestand wurde 2006 überliefert.

Fonds liés

Videobestand SMUV, Filmbestand VHTL, Filmbestand GBI, Filmbestand SMUV

Description du fonds

Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Im Unterschied aber zur Jugendbewegung etwa, die sich in kürzester Zeit die Möglichkeiten des Mediums aneignete, sich innovativ der verschiedensten Ausdrucksformen bediente und Agitations-, Kunst- und parodistische Videos drehte, beschränkte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen in den Pionier- und Experimentierjahren auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung. Gerade die Aufnahmen des GTCP-Kongresses von 1978 und der erwähnten Krisensitzung geben einen Eindruck über den Zustand einer Gewerkschaft in schwieriger Zeit: Zum einen sorgten die Absatzeinbrüche in der Textilindustrie der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und spektakuläre Schliessungen wie die des Firestone-Werks in Pratteln 1977 zu einer Krisenstimmung. Zum andern entwickelten sich auch in der GTCP Spannungen zwischen einer eher konsensorientierten alten Garde und jungen Kräften, die die bestehenden Verhältnisse mit kämpferischer Einstellung zu verändern trachteten. Die Kongressaufnahmen sind ein konzentriertes Zeugnis dieser konjunkturell und ideologisch bestimmten Krisenstimmungen der GTPC. Als Bonus können wir auch miterleben, dass der als Festredner engagierte Bundesrat Willy Ritschard nicht nur Reden hielt, die von Wortwitz und träfen Sprüchen sprühten, sondern auch schlechtere Tage hatte... Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte. Hervorzuheben sind aus dieser Zeit "Treu und Glauben – 50 Jahre Friedensabkommen in der Maschinen- und Metallindustrie" von 1988 (F 9011-002, dt. und frz. Fassung) oder „Sumoteam“ von 1995 (F 9011-007), der aus gewerkschaftlicher Perspektive eine partizipativere Form der Arbeitsgestaltung in einer Textilmaschinenfabrik schildert. Kämpferische Töne – wie sie zuletzt im Filmschaffen der Arbeiterbewegung der frühen 1930er-Jahre auftauchten – liessen lange auf sich warten. Die massiven weltwirtschaftlichen Umwälzungen und die neoliberale Offensive vieler Unternehmer in den 1990er-Jahren führten zu Betriebsschliessungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer. Die Gewerkschaften reagierten darauf zum Teil mit Kampfmassnahmen und unter anderem auch damit, mit Videoproduktion für eine grössere Öffentlichkeit und mehr Verständnis für ihre Anliegen zu sorgen. Schöne Beispiele dieser Strategie sind die Videos „Zyliss – Der Streik wird salonfähig“ von 2003 (Regie: Verena Endtner im Auftrag von SMUV und GBI, F 9011-014) oder „Les bras fonctionnent, c'est la tête qui va pas!“ von 2003, eine leidenschaftliche Dokumentation des Einsatzes von Giessereiarbeitern für ihre Arbeitsplätze bei den beiden jurassischen Von Roll-Werke in Choindez und Les Rondez (F 9011-016). Der Bestand enthält 24 Videos (U-Matic, VHS).

Nom du projet
Description du projet

Die Ablieferung des Bestandes erfolgte 2006. Die Visionierung verlief 2007. Die Digitalisierung, die Erschliessung und die Aufbereitung der Visionierungskopien fanden 2008 bis 2009 statt. Alle Kopien wurden zwischen Februar und Mai 2009 von Agathe Jarczyk (Atelier für Videokonservierung GmbH, Bern) auf DVCAM angefertigt. Die Aufzeichnung erfolgte jeweils im Standard Play Modus, der Ton wurde mit 16 bit 48kHz aufgezeichnet. Für alle Kopien sind die genauen Kopierwege in den Maz-Karten verzeichnet (vgl. Archiv SozArch, GeKo Bild+Ton, 2008/5). Da die Vorlagen, insbesondere die U-Matic Kassetten teilweise in sehr schlechtem Zustand waren, sind für alle Überspielungen TimeBaseCorrectoren eingesetzt worden. Bei den U-Matic Kassetten wurden ein Teil der Bänder mit einem VO-9800P-Gerät abgespielt; die U-Matic High Band Kassetten wurden mit einem BVU-800P wiedergegeben, unter anderem weil dieses Modell die grösseren Zugkräfte hat und die klebenden Kassetten besser abspielen konnte.

Sélection/Exhaustivité

Kassationen nach interner Richtlinie

Date d'intégration dans Memobase
Rédacteurs

2009-2011, Stefan Länzlinger

Droits

Abspielbar; resp. kein Online-Zugang zu Ressource

Accès

- Teilweise freier Zugang
- Schweizerisches Sozialarchiv, Magazin Verwaltungszentrum Werd  
- Ausleihe physischer Träger möglich: http://www.sozialarchiv.ch/metanavigation/oeffnungszeiten/

Publications

http://www.bild-video-ton.ch/archiv/images?Bilder.ssaBestand=F_9013

Remarques
Adresse
Schweizerisches Sozialarchiv
Stadelhoferstrasse 12
8001 Zürich
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